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Meine ehrlichen Worte finden Antworten. Antworten und Klarheit für die Seele.

Meine ehrlichen Worte finden Antworten. Antworten und Klarheit für die Seele.

In diese Therapiestunde gehe ich mit Angst die bis unter die Schädeldecke, alles in mir in Schwingung hält. Angst, vor mir selbst. Angst das mein Handeln falsch ist. Angst, dass falsche zu sagen. Doch ich war entschlossen, zu sagen was ich zu hatten, in aller Konsequenz. Ich war am Ende all meiner Kräfte und Nerven. So konnte es nicht weiter gehen.

 

 

Ich hatte meine letzten drei Blogs ausgedruckt, um sie vorzulesen und damit zu vermeiden, dass ich irgendetwas nicht sagte. Ehrlich, meiner Therapeutin gefiel das nicht gerade. „6 Seiten, dann ist unsere Therapiestunde fast vorbei.“ Ja, 6 Seiten und ich muss sie vorlesen, es muss raus, mir geht es so schlecht wie lange nicht mehr, brachte ich heraus. Mein Anspannungspegel war auf Alarmstufe rot. Nicht lange las ich vor, da unterbrach sie mich, um ihre Meinung zu sagen. Ich wiederum, bat sie dringlich auf Unterbrechungen zu verzichten, damit ich alles aussprechen kann und wir im Anschluss sprechen. Ja, sie war heftig getroffen und es tat mir weh zu sehen, wie sie meine Worte mitnahmen. Doch für mich gab es an dieser Stelle nur einen Weg. Vorlesen.

 

Ich las also weiter und so brachte ich alles heraus. Meine Therapeutin hörte zu und ab und zu schrieb sie etwas auf ein Blatt am Flipchart. Dann hatte ich es geschafft und ich schaute sie an. Ich sah wie mitgenommen sie war. Am Flipchart standen 9 meiner Aussagen.

 

9 meiner Aussagen mit Klärungsbedarf. Das war für mich überraschend. So wenig? Dann hatte ich ja nicht viel falsch gemacht.

 

9 Aussagen:

  1. Warum sagt meine Therapeutin es nicht so, dass ich es verstehe?

  2. Woher soll ich wissen, dass ich sagen soll, an welchem Thema ich arbeiten möchte?

  3. Wieso ist es falsch, wenn ich tue, was die Therapeutin mir sagt?

  4. Warum fragt meine Therapeutin nicht anders?

Diese Fragen drehte sie einfach um, warum fragen sie nicht... ! Ich bin nicht in ihrem Kopf. „Bei der notwendigen (bisher) Eingangsfrage geht es NICHT darum, was ich getan habe. Es darum zu sagen wie ich mich fühle, was in meinem Inneren abläuft. Warum etwas gut oder schlecht lief, besser oder schlechter wurde!

Erkenntnis: Ich habe in der Therapie nicht selbst die Verantwortung übernommen. Ich habe, in alten Verhaltensmustern getan, was mir gesagt wurde. Mir war überhaupt nicht bewusst, dass ich, für mich selbst verantwortlich, fragen kann und soll. Ich bin es die, in der Therapiestunde, Unklarheiten benennen und nachfragen darf, kann und soll. Das ist meine Verantwortung. Ich bin nicht in der Therapie, um zu tun was andere sagen! Niemand kann wissen, was wirklich in mir vorgeht, wenn ich es nicht selbst ausspreche.

  1. Ich werde zurück gezogen... .

Hier lag ein Missverständnis vor. Meine Therapeutin bezog diese Aussage auf sich. Der Bezug war aber die Krankheit. Die Krankheit zieht mich derzeit heftig zurück. Mein Schutzmechanismus ist voll ausgefahren und ich kann ihn nicht abwehren.

  1. Dinge, die mir nicht gut tun, in der direkten Situation, ansprechen.

Da fängt es in der Familie an. Ja, ich habe es geschafft Michael direkt zu sagen, dass sein Verhalten nicht richtig war. Ich habe mich abgrenzt und für mich gesorgt. „Wichtiger ist aber, in der Therapie, zu schauen, warum es nötig war mich abzugrenzen. Was war los mit mir? Was ging in mir vor?“ erklärt mir meine Therapeutin.

  1. Mir ist egal ob meine Beine wackeln oder nicht. Sie sind kein Hindernis für mich und werden von allein aufhören zu wackeln.

  2. Das ist nicht mein Problem, wenn meine Therapeutin, meine Beine nicht aushalten kann.

„Wenn es ihnen nicht wichtig ist, dass die Beine wackeln, dann ist es ihnen egal. Es ist nicht wichtig. Es ist auch ein Beziehungsproblem! Ihnen ist egal, ob es mir gut geht! Ihre Beine sind der Hauptindikator, nach Außen, wie es ihnen geht. Ich bin ein Mensch, wie Sie und ich habe es schwer eine Therapiestunde mit ihnen durchzustehen. Mir sind ihre Beine nicht egal. Es geht auch nicht darum, das die Beine wackeln, sondern warum.“

Erkenntnis: Meine Beine wackeln, weil in mir eine fürchtliche Anspannung bis unter die Schädeldecke ist. Diese Anspannung braucht ein Ventil und das sind die Beine. Warum diese fürchterliche Anspannung da ist, habe ich noch nicht herausgefunden. Ich erkenne, dass es nicht direkter Weise meine Beine sind, die meiner Therapeutin Kraft abverlangen, sondern der mein Gesamteindruck, denn sie erkennt auch meine Anspannung. Das kann ich annehmen. Jetzt fühle ich mich nicht mehr auf meine Beine reduziert.

  1. Meine Familie erkennt an meinem Gesicht/Sprache, wie es mir geht.

„Ihre Familie ignoriert ihre Beine und ich weiß nicht wie sie es macht, wie sie es aushalten. Es ist für mich sehr schwer und andere trauen sich ja auch etwas zu sagen, z.B. in der Bahn.

Ich bin wohl diejenige, die es ehrlich und offen anspricht. Darin liegt wohl auch ihr Problem, dass ich es anspreche. Ich mache etwas anders, als alle anderen Menschen in ihrem Leben/direkten Umfeld. Ja, es ist meine Aufgabe, herauszufinden was das mit ihnen gemacht hat und wo der Auslöser ist. Sie sind eine Patientin, um die sich andere Therapeuten nicht unbedingt reißen,“ sagt sie und lächelt still.

Erkenntnis: Ich weiß nicht ob es meine Familie ignoriert oder sich nicht traut mich darauf anzusprechen. Zu sagen, dass es auch sie stört. Ja, es gibt fremde Menschen, die mich auf meine Beine ansprechen. Ja, meine Therapeutin ist die Einzige und die Erste, die ehrlich ausspricht, was meine Beine mit ihr machen. Ich kann es ihr ansehen und auch fühlen. Es ist mir nicht egal, wie es ihr geht! Es tut mir leid, dass sie so kämpfen muss. Es ist mir nicht egal das meine Beine wackeln. Anders, es ist mir nicht egal, das mir die innere Anspannung bis unter die Schädeldecke schlägt.

 

Die Stunde ist vorbei. Anders als bisher, war es ein hin und her der Gedanken, nach meinem Vorlesen. Anders als bisher, fragte ich sofort nach, wenn ich wieder einen Gedankenhänger hatte. Anders als bisher, schrieb ich mir wichtige Merksätze auf. Ich wollte sie nicht vergessen.

Anders als sonst, bekam ich eine Hausaufgabe. Da ich meine Therapiefortschritte so gut aufzählen kann, darf ich mich nun an ein schwieriges Thema wagen, innerhalb meiner Therapiefortschritte. Mein Thema ist nun, was sich in zwischenmenschlichen Beziehungen verändert hat, durch die Therapie. Schluss-Satz meiner Therapeutin dazu: Sie vermeiden Nähe. Das aber ist das Thema für nächste Woche. Darüber hinaus möchte ich noch klären, welche inneren Vorgänge mit der Therapiestunde „Himmelsleiter“ in ihnen ausgelöst wurden.

Ich bin froh, dass die Therapiestunde geschafft ist und meine Anspannung ist etwas gesunken. Wie immer nehme ich mir jetzt Zeit für eine Belohnungskaffeezeit im Minou, d.h. unter dem Sonnenschirm vor dem Minou. Erst hier bemerke ich, das heute etwas anders ist. Ganz anders.

 

 

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